Eine gute Frage begrenzt die Recherche
„Recherchiere alles über Seminarräume“ liefert viel Material, aber wenig Orientierung. Die Lernwerkstatt muss entscheiden, welcher Raum für 18 geplante Teilnehmende geeignet ist. Deshalb recherchierst du genau die Kriterien, die die Entscheidung beeinflussen: Kapazität, Nettokosten, Ausstattung, Termin und Stornierung. Ein allgemeiner Anbietertext ist kein Beleg für die Verfügbarkeit am gewünschten Tag.
Schritt 1: Kriterien und Ausgangsdaten festlegen
Notiere Frage, Zielgruppe, Zeitraum und fünf Kriterien. Entscheide, welche Quellen zugelassen sind. Für die erste Übung verwendest du angebote.md für den Raumvergleich, projektbrief.md für Ziel und Planungsannahme, budget.csv für die weiteren Workshopkosten und teamnotizen.md für den getrennten Interessenstand. Beim Transfer auf echte Anbieter ergänze öffentliche Primärquellen und das Prüfdatum. Eine Angebotssumme aus dem vergangenen Jahr gilt nicht automatisch heute.
Schritt 2: Die Rechercheform wählen
Work kann aktuelle Informationen mit verfügbaren Recherchewerkzeugen sammeln. Deep research ist eine zusätzliche angebotene Rechercheform; laut Dokumentation kann der Einstieg über ein Plugin auf Desktop beziehungsweise über das Plus-Menü im Web erfolgen. Prüfe die Auswahl deiner Oberfläche. Der Guide funktioniert ebenso mit bereitgestellten Dokumenten: Entscheidend ist die Belegkette, nicht ein bestimmter Knopf.
Erstelle eine Entscheidungsvorlage für den Workshopraum der Lindenhof
Lernwerkstatt. Nutze angebote.md, projektbrief.md, budget.csv und
teamnotizen.md. Die Angebote liefern Raumleistungen, das Budget die
weiteren Workshopkosten; Plan und Interessenstand bleiben getrennt.
Kriterien: Platz für 18 Personen, Nettogesamtkosten, Ausstattung,
Terminverfügbarkeit und Stornierungsbedingungen.
Erzeuge eine Aussagenmatrix: Anbieter, Aussage, konkrete Quelle,
Datum falls vorhanden, gesichert/unklar und Bedeutung für die Entscheidung.
Vergleiche dieselbe Leistungsbasis. Kennzeichne fehlende Angaben.
Schlage drei Rückfragen vor. Buche nichts und kontaktiere niemanden.
Schritt 3: Belege öffnen statt Quellen zählen
Prüfe zu jeder entscheidenden Aussage die verlinkte Seite oder Datei. Steht dort tatsächlich der behauptete Preis? Gilt er pro Stunde, Tag oder Person? Ist Umsatzsteuer enthalten? Das Übungsangebot B enthält eine zusätzliche Technikpauschale. Ein Preisvergleich ohne sie wäre unvollständig. Eine Quelle mit vielen Links ist nicht automatisch eine Quelle für jede Aussage im Absatz.
Für öffentliche Recherche bitte um Titel, Anbieter, Abrufdatum und genaue Fundstelle. Lass Suchauszüge als solche markieren, wenn der eigentliche Inhalt nicht zugänglich war. Quellen hinter einer Anmeldung werden nicht durch erfundene Zusammenfassungen ersetzt. Du kannst eine erlaubte Kopie nachreichen oder die Lücke offenlassen.
Schritt 4: Widersprüche bearbeiten
Die Teamnotizen nennen 22 Interessierte, während der Brief für 18 Personen plant. Frage deshalb: „Welche Empfehlung ändert sich, wenn vier zusätzliche Personen bestätigt werden?“ Das ist eine Szenariofrage. Sie löst die tatsächliche Teilnehmerzahl nicht. Ebenso muss eine unbestätigte Raumbuchung vor der Entscheidung geklärt werden, selbst wenn die Ausstattung hervorragend passt.
Lass einen Abschnitt „Was wir noch nicht wissen“ erstellen. Unbekannte Stornierung oder Verfügbarkeit kann wichtiger sein als eine kleine Preisdifferenz. Work darf eine bedingte Empfehlung geben: „A passt, sofern Termin und Ausstattung bestätigt werden.“ Es darf diese Bedingungen nicht beim Schreiben des Fazits verlieren.
Schritt 5: Die Empfehlung von den Fakten trennen
Fakten beschreiben die Quellen; eine Empfehlung gewichtet sie für deinen Zweck. Halte beides sichtbar getrennt. Wenn der Bericht eine Rangliste erstellt, prüfe Gewichte und Kriterien. Eine scheinbar präzise Punktzahl von 87,3 hat keinen Mehrwert, wenn Gewichte und fehlende Werte willkürlich sind. Für diese Übung reicht ein begründeter Vergleich mit Bedingungen.
Die Abnahme
Öffne mindestens die drei entscheidenden Belege selbst. Kontrolliere Preisbasis, Teilnehmerannahme und Terminstatus. Die Matrix enthält Quellen für jedes relevante Faktum. Unbekannte Felder bleiben leer oder ausdrücklich offen. Die Empfehlung nennt ihre Bedingungen und führt zu einer menschlichen Entscheidung, nicht zu einer ungefragten Buchung.
Musterentscheidung aus dem vollständigen Vergleich
Vergleiche deine Ausgabe nach der eigenen Prüfung mit der Muster-Entscheidungsnotiz und Aussagenmatrix. Die Preisbasis entscheidet:
| Option | Raum inklusive nötiger Technik | Gesamter Workshop netto | Grenze |
|---|---|---|---|
| A | 240 € | 610 € | 20 Plätze; Termin und Stornierung offen |
| B | 360 € | 730 € | 24 Plätze; 30 € über dem Rahmen |
| C | 200 € ohne Beamer | 570 € vor ungeklärter Beamerlösung | 16 Plätze, zu klein für den Plan |
Der sachgerechte Schluss ist keine sofortige Buchung. A ist für die Planung mit 18 grundsätzlich passend, aber nicht für 22 bestätigte Personen. B löst Kapazität und Technik, benötigt jedoch eine Budgetentscheidung. C bleibt trotz geringerem Preis ungeeignet für 18; Kosten einer zusätzlichen Techniklösung sind nicht belegt.
Bei B lag die kostenfreie Stornierungsgrenze sieben Kalendertage vor dem 8. Oktober am 1. Oktober. Am Datenstand 5. Oktober muss die Kostenfolge einer neuen Buchung ausdrücklich geklärt werden. Die Formulierung „voller Raumpreis“ beantwortet nicht sicher, ob die Technikpauschale dazugehört. Eine gute Empfehlung bewahrt diese offene Vertragsfrage. So zeigt sich der Unterschied zwischen Quellenvergleich und bloßem Sortieren nach Preis.
Wenn es hakt
Zu viele Treffer: Begrenze Anbieter, Region, Zeitraum und Kriterien. Quelle sagt etwas anderes: Markiere die konkrete Aussage und lass Quelle und Schlussfolgerung gemeinsam korrigieren. Nur Marketingtexte gefunden: Ergänze Vertrags-/Leistungsunterlagen oder kennzeichne die Behauptung als Anbieterangabe. Recherche klingt sicher, ist aber unbelegt: Fordere die Aussagenmatrix, bevor du eine weitere Gesamtfassung bestellst.
Dein Transfer
Nimm eine Software- oder Lieferantenentscheidung. Wähle drei Kriterien, die wirklich die Nutzung verändern. Prüfe pro Kriterium einen Originalbeleg und halte fest, welche Entscheidung ohne diesen Beleg nicht verantwortbar wäre.